2 + 2 = 5 | Blog von fabi3550

Podcast Loader

Veröffentlicht von fabi3550 am 15.10.2017

Vor ein paar Tagen habe ich mir ein Raumfeld One S gekauft. Im Zuge meiner Küchenerweiterung wollte ich eine bessere Audiolösung, da ich vorher immer vom Handy auf einen winzigen Bluetooth-Speaker gestreamt habe. Das funktioniert soundmäßig für Podcasts ganz gut, für Musik ist es aber weniger toll geeignet und war auch nie als finale Lösung gedacht. Nun, nach langem hin- und her, die Miniausgabe von Teufels WLAN-Streaming Serie.
Ich hatte schon im Vorfeld gelesen, dass Raumfeld kein Apple Airplay unterstützt. Soweit kein Problem, dachte ich mir. Musik streame ich über die Medienserverfunktion meiner Fritzbox. Das funktioniert zwar nicht immer voll Hammer, kann aber irgendwann relativ simpel durch meinen Raspberry abgelöst werden. -> Später.
Ich höre eine Reihe von Technik-Podcasts, zum Beispiel Chaosradio, Logbuch Netzpolitik, Lage der Nation, t3n Filterblase und - wenn denn mal eine Folge rauskommt - Alternativlos!. Diese liegen nicht auf dem Medienserver, sondern wurden auf mein iPhone durch die reguläre iPhone-App geladen. Da das aber chronisch voll ist (Speicher, nicht Alkohol) hatte ich über kurz oder lang eh vor, die Downloads auf dem Medienserver abzulegen. Lediglich für den mobilen Einsatz würden dann in Zukunft manuell Folgen aufs iPhone geladen werden.
Ziel war es nun, über den RasPi die jeweiligen RSS-Feeds abzufragen, bei Bedarf die Folgen zu laden und dann per Share auf dem USB-Speicher der Fritzbox abzulegen. Mittel der Wahl ist Python, mittlerweile meine Lieblingssprache, alleine schon wegen der Flexibilität und der guten Dokumentation. Das Skript ist seit heute "fertig"* und bei github verfügbar. Den cronjob auf dem RasPi einzurichten war jetzt auch nicht allzu schwer, aber was ich echt heftig fand/finde, ist die Einrichtung des Shares auf den USB-Speicher der Fritzbox. Ich habe diverse Anleitungen im Netz gefunden, mich für den Weg über einen Eintrag in der /etc/fstab entschieden, allerdings mountet der Share nicht und ich bekomme jedesmal eine Fehlermeldung mit 'permission denied' und so. Lustigerweise funktioniert es, wenn ich den Share manuell mounte. Das ist noch eine Baustelle, die aber eigentlich nur an etwas Simplem scheitern kann.
Wie das im Nachgang immer so ist, fiel mir dann auf, dass man Podcasts auch einfach in der Fritzbox-Oberfläche registrieren kann. Die landen dann im Filesystem der Fritzbox und werden ebenfalls über den Medienserver zur Verfügung gestellt. Letztendlich war also das Programmieren gar nicht notwendig, aber ein schöner Ausflug in http requests, threading, xpath und hashlib, so dass ich einiges gelernt habe. Aktiv lasse ich es jetzt auch.

* Während ich hier so schreibe, fällt mir auf, dass das Skript nicht auf n Folgen begrenzbar ist, wie ich es eigentlich wollte. Es lädt munter Folgen herunter, ignoriert aber, dass pro Verzeichnis nur eine begrenzte Anzahl an Folgen existieren soll. Das ziehe ich die Tage evtl noch nach. Ebenfalls macht der Vergleich der Hashes aktuell noch keinen Sinn, da nur der Dateiname einfließt und nicht auch die Dateigröße. Ebenfalls ein nettes ToDo.


Die Befindlichkeit des Landes

Veröffentlicht von fabi3550 am 01.08.2017

Die neuen Tempel haben schon Risse
Künftige Ruinen
Einst wächst Gras auch über diese Stadt
Über ihre letzte Schicht

Was ist die Befindlichkeit des Landes?
Was ist die Befindlichkeit des Landes?
Was ist die Befindlichkeit des Landes?
Was ist die Befindlichkeit des Landes?


Quelle: Youtube


The IT Crowd

Veröffentlicht von fabi3550 am 02.07.2017

Aus aktuellem Anlass:


Quelle: youtube


Aus alt mach neu - Cover vs. Original

Veröffentlicht von fabi3550 am 06.03.2017

Die Menschheit teilt sich in zwei Gruppen. Die einen sagen "Die alten Sachen waren ja viiiiieeeeeel besser!" Die andere Gruppe stimmt dem eigentlich zu, will aber nicht altbacken wirken und sagt deshalb oft Dinge wie "Das neue Album ist gar nicht so schlecht, da muss man sich halt ein bisschen reinhören."

Beide Gruppen haben recht, daher gehöre ich auch gleich beiden Gruppen an. Allerdings spaltet ein Fall die Menschheit. Hier ist absolut nicht klar, ob Original oder Cover besser ist.
Einst coverte Marilyn Manson einen Song namens "Down in the park". Der Song wurde in den 90ern oft live gespielt und landete schlußendlich auf der Lunchbox-Single. Die Manson-Version gehört zu den ganz ausgeprägten Elementen des Soundtracks meiner Jugend - ich habe diesen Song in Dauerschleife gehört. Ständig und bis heute wiederkehrender Ohrwurm ist die Flüsterstelle:

Down in the park where the chant is 'death, death'
Until the sun cries morning
Down in the park with friends of mine



Quelle: Youtube

Es hat sehr lange gedauert hat bis ich erfahren habe, dass es sich bei Down in the park um eine Coverversion handelt. Das war mir bis vor zwei Jahren oder so schlichtweg nicht klar. Irgendwann habe ich den Text gegoogelt (wegen '...come to zum-zum...', ich wollte wissen, ob ich mich verhört habe) und da gabs dann zwei Varianten. Eine von Manson, eine von einem gewissen Gary Numan.
Mit neuen Namen muss man ja immer vorsichtig sein, wer weiß wer sich dahinter verbirgt. In diesem Fall offensichtlich irgendein Sternchen aus den 80ern, was mir bis dahin auch nicht bewusst war - ich habe den Namen nie gehört. Wikipedia beschreibt einen heute fast 60jährigen Mann mit einem leichten Asperger, der irgendwie mit New-Wave groß und vor allen Dingen berühmt geworden ist. Und der soll einen meiner Lieblingssongs geschrieben haben?

Das Original ist ebenfalls auf youtube zu finden. Beim ersten hören rannte ich schnell zu der zweiten Gruppe der Menschheit, die auch mal bereit ist, das Original zu verteufeln nur um irgendwie hipp zu wirken. Ich wollte aber nicht hipp sein, ich wollte, dass der Mann aufhört zu singen. Und das Brian Warner - besser bekannt unter dem Pseudonym Marilyn Manson - sich nicht so komisches Krams anhört. Ich will nicht von einem Weltuntergang sprechen, aber ich fand das Original einfach nur saupeinlich. Diese wimmernde Stimme, diese kommischen Sythie-Sounds.. war überhaupt nicht meins.

Jahren vergehen, man wird älter, weiser, toleranter und kommt irgendwann zu dem Folgeschluß, dass diese 2-Parteien-Politik, die sich die Menschheit um die Original-vs.-Cover-Frage auch irgendwie scheiße ist und man vllt auch einfach dazwischen leben kann.

Nicht falsch verstehen. Hier im Hause läuft nahezu ausschließlich das Manson-Cover. Die wimmernde Stimme Numans wird nie das gequälte Wispern von Warner übertönen.
Am vorliegenden Fall erkennt man aber, dass "ganz anders" eben nicht unbedingt disqualifizierend wirken muss. Es spricht vielmehr für die Genialität Mansons, diesen Song so gecovert zu haben, wie er es eben getan hat.
Selbstverständlich ist oben die Manson-Version eingebettet. Wer das (sich nicht einbettbare) Original zu Gemüte führen möchte, folgt diesem Link


Das Stalker Konglomerat - Relaunched

Veröffentlicht von fabi3550 am 05.03.2017

Anmerkung: Der Text erschien vor einigen Jahren bereits auf meinem alten Blog fabiantaubald.de. Ich halte ihn für einen der lesenswerteren Artikel von dort und übernehme ihn hier fehlerbereinigt und leicht angepasst.

Ich liebe deine Augen
Du webst das wunderbar flammende Spiel
Wenn du sie plötzlich erhebst
Und ein kleiner Blitz sticht ins Ziel
Ach, wüsste ich, was du erträgst
Ein noch stärkerer Zauberguß
Sind niedergeschlagene Augen
Denn im leidenschaftlichen Kuss
Und durch gesenkte Wimpern
Saugen sich Feuer
Aus düster vergangenem Fluss

Arseni Tarkowski

Jetzt rastet er aus, denkt ihr euch. Stimmt aber nicht. Das oben zu lesende Gedicht ist das Resultat einer langen Suche, die ich gestern beendet habe. Klingt jetzt zugegebenermaßen etwas dramatischer als es ist, denn eigentlich habe ich lediglich endlich mal einen Film zuende gesehen von dem ich mir schon lange vorgenommen hatte ihn zu sehen. Es handelt sich um Stalker (1979) von Andrej Tarkowski und man sagt, es sei einer der bedeutendsten Science-Fiction-Filme aus der Sowjet-Zeit. Mit einer Lauflänge von über 2,5 Stunden und exakt null Special Effects ist das aus heutiger Sicht eventuell etwas überbewertet. Es passt aber wieder wenn man andere ältere Werke (z. B. Solaris von Stanislaw Lem) zum Vergleich heranzieht. Dort zeichnet sich die Science-Fiction meist nicht durch unglaubliche technische Spielereien oder Weltraumschlachten aus sondern viel mehr durch philosopisch-politische Ansätze. Lange Strecken der Wüstenplanet-Reihe von Frank Herbert verhalten sich da ähnlich. Jedenfalls habe ich diesen Film nun endlich gesehen. Die Motivation dies zu tun habe ich seit etwa 2006, als Björks Volta-Album herauskam. Dort findet man den Track The Dull Flame Of Desire - ein Duett zwischen Björk und Anthony Hegarty von Anthony And The Johnsons. Der Song stach für mich sofort heraus und ist bis heute mein Lieblingssong des Albums und auch ein albumübergreifender Lieblingssong. Als ich las, dass der Text - der aus wenigen Zeilen besteht, die verschieden intoniert abwechselnd von den beiden Interpreten wiederholt werden - auf einem Gedicht aus dem Film Stalker basiert, habe ich mir selbigen umgehend bestellt.


Quelle: Youtube

Und dann begann das große Scheitern. Ich glaube, drei- oder gar viermal habe ich begonnen den Film zu sehen und jedes Mal bin ich ziemlich bis zur gleichen Stelle gekommen: Der Dialog nachdem die drei Hauptpersonen mit der Motordraisine in der Zone angekommen sind. Zone? Stalker? Ja, richtig. Auch die Computerspiele STALKER - Shadows of Tschernobyl und STALKER - Call of Pripyat basieren auf diesem Film. Die Spiele finden innerhalb der Sicherheitszone um den Unglücksreaktor von Tschernobyl statt. Im Film liegt die Zone an einem nicht weiter genannten Ort und wurde auch nicht durch einen nuklearen Unfall verursacht. Die genaue Entstehung der Zone ist im Film nicht mal weiter genannt. Lediglich im Vorspann werden Vermutungen darüber angestellt, wie die Zone entstanden sein könnte. Bekannt ist, dass in der Zone übernatürliche Dinge geschehen. Im Film ist ein Stalker nicht ein Verrückter, der irgendwelchen Leuten nachstellt, sondern eine Art Ortskundiger, der Leute illegal durch die Zone führt. Diese ist nämlich militärisches Sperrgebiet. Ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller nehmen seine Dienste in Anspruch. Beide haben als Ziel einen Raum in der Zone, von dem man behauptet, Wünsche, die in ihm ausgesprochen werden, würden anschließend wahr werden. Schlußendlich stellt sich heraus, dass keiner der beiden jemals vor hatte, einen Wunsch in diesem Raum auszusprechen. Aber ich will hier nicht spoilern.


Quelle: Youtube

Der Film ist bildgewaltig, das muss ich ihm lassen. Ich besitze eine DEFA-Kopie des Films, also jener Nachvertonung, wie sie in der DDR gezeigt wurde. Das Bildmaterial ist leider qualitativ unglaublich schlecht. Ich habe im Nachhinein youtube-Trailer gefunden, die eine wesentlich bessere Qualität aufwiesen (wie der oben auch). Wer sich also ein Exemplar für das eigene Regal beschaffen will, sollte um die Editionen der Icestorm Entertainment GmbH einen Bogen machen. Die vertreiben nämlich diese Kopien wie ich sie habe.
Gerade habe ich mir ein Buch bestellt. Es heißt Picknick am Wegesrand und welch überraschung, es steht ebenfalls in direktem Zusammenhang mit dem Film. Oder genauer: Der Film basiert auf einem Kapitel des Buches. Wenn auch laut deutscher Wikipedia im Film von den Originalelementen des Buches nicht mehr allzu viel übrig geblieben ist, so wird das Buch auch im Vorspann des Films als Grundlage genannt.

Ich hoffe, ich konnte meine Begeisterung für die feinen Verstrickungen des Stalker-Konglomerats ein bisschen greifbar machen. Derzeit bin ich noch auf der Suche nach der kyrillischen Original-Transkription des Gedichts vom Anfang. Falls jemand Zugriff darauf hat, gerne eine Mail an mich.


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